Hämorrhoiden

 

Die Behandlung des Hämorrhoidalleidens bildet einen zentralen Bestandteil unserer proktologischen Arbeit. Die so genannten Hämorrhoiden sind Gefäßpolster am Oberrand des Analkanals. Diese werden durch die Arterien mit Blut versorgt, über die Venen fließt das Blut wieder ab. Diese verlaufen durch den inneren Schließmuskel. Ist dieser auch nur leicht angespannt, so staut sich das Blut in den Hämorrhoidalpolstern und die Hämorrhoiden vergrößern sich. Dann legen sich die Schleimhäute am Oberrand des Analkanals aneinander und dichten den Enddarm ab. Ohne dass wir hohe muskuläre Drücke aufbringen müssen, sind wir kontinent auch für Gase und flüssigen Stuhl. Im Rahmen der Entleerung, der Defäkation, entspannt sich der innere Schließmuskel um den Stuhl passieren zu lassen. Dann öffnet sich auch der Ablauf der Polster, weil die Venen dann nicht mehr verengt werden. Dies führt zu einem sofortigen Rückgang der Schwellung.

Sonderfall: Eine akute Schwellung der Hämorrhoiden nennt man Thrombose.

Offensichtlich ist dieses System sehr störungsanfällig. Allgemein führt man die Verbreitung des Hämorrhoidalleidens auf unsere Lebensweise zurück. Ob dies wirklich so ist, bezweifeln wir sehr, da

  • die häufigere Entdeckung und Behandlung von Krankheiten nicht automatisch dadurch bedingt ist, dass die Krankheit heute häufiger ist, oft hat sie gar nicht zugenommen, hat aber, wie bei dem Hämorrhoidalleiden denkbar, ihre Tabuzone verlassen.
  • unser Krankengut sehr gemischt ist. Wir können kein Häufung bei Büromenschen entdecken, wir behandeln Normal– wie auch Übergewichtige, Frauen wie Männer, Alte wie Junge.

Auch ist die immer wiederkehrende Verstopfung sicherlich nicht Auslöser der Erkrankung. Aber es gilt auch:
Ist man an einem Hämorrhoidalleiden erkrankt, so verbessert sich dieses durch Gewichtsreduktion, durch Regulierung des Stuhles z.B. durch die Einnahme von gemahlenen indischen Flohsamenschalen oder anderen Ballaststoffen und einer ausreichenden Trinkmenge.

Das Hämorrhoidalleiden teilt man in vier Schweregrade ein:

Grad 1 Die Hämorrhoiden sind vergrößert, verlassen aber beim Pressen nicht den Analkanal.
Grad 2 Beim Pressen sind Hämorrhoiden sichtbar, entspannt der Patient, ziehen sie sich aber wieder zurück.
Grad 3 Beim Pressen kommen die Hämorrhoiden hervor, müssen aber wieder reponiert werden.
Grad 4 Die Hämorrhoidalpolster sind seit so langer Zeit schon vorgefallen, dass sie auch mit Zuhilfenahme der Finger nicht mehr in den Analkanal gebracht werden können.

Die klassischen Symptome sind:

  • Juckreiz und Brennen am After: Der saure Schleim der Schleimhaut gelangt auf die äußere Haut, diese wird feucht und irritiert durch den niedrigeren = saureren pH-Wert, dies führt zunächst zur Rötung, dann zu auch bleibenden Hautveränderungen.
  • Druckgefühl, Stuhldrang: Die vergrößerten Polster dehnen den Analkanal und erregen die Dehnungsrezeptoren des Analkanals, die bei normalen Verhältnissen uns sagen, dass wir die nächst-erreichbare Toilette nutzen sollten.
  • Blutung: Die Schleimhaut über den Hämorrhoidalpolstern  ist dünn und damit auch schnell verletzlich. Blutungen erklären sich dann von selbst, wenn die vergrößerten Polster in den Analkanal hineinragen. Die Blutungen können sehr stark sein, dann sollte man im Zweifelsfalle eine spezialisierte Praxis wie unsere oder eine Klinik aufsuchen.

Die Therapie des Hämorrhoidalleidens muss immer stadiengerecht erfolgen. Wir bieten Ihnen folgende Verfahren an:

konservative Verfahren

  • Die Sklerosierung: Die auch Verödung genannte Therapieform macht sich zunutze, dass sich Narben zusammenziehen. Man spritzt sehr kleine Mengen einer Alkohol– oder Öllösung an den Oberrand der Hämorrhoidalpolster. Dies kann schmerzhaft für den Patienten sein, daher nur kleine Mengen. Deswegen muss die Therapie in der Regel drei bis vier Mal durchgeführt werden.
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  • Die Gummibandligatur: Hier saugt man sich mit einer speziellen „Pistole“ und Unterdruck das überschüssige Gewebe in eine kleine Kammer, lässt daraufhin einen sehr kräftigen Gummiring hinunterfallen, der das abgesaugte Gewebe nun abbindet. Es bildet sich daraufhin eine große Erbse, die aber von der Durchblutung abgeschnitten ist, weil der Gummiring eine sehr enge Taille bildet. Daraufhin stirbt das Gewebe und fällt nach 7-14 Tagen ab. Diese Therapie ist erst– bis zweitgradig vergrößerten Hämorrhoiden vorbehalten. Patienten, die Marcumar oder ASS/Plavix einnehmen, sind einem erhöhten Blutungsrisiko ausgesetzt. Daher wenden wir diese Therapie bei dieser Patientengruppe nicht an.

Operative Verfahren

  • Die Längsausschneidung (nach Milligan-Morgan, Parks u.a.) der vergrößerten Hämorrhoidalpolster war früher das Standardverfahren, die verschiedenen Methoden unterscheiden sich in ihren Ergebnissen kaum. Diese sind für segmentale Hämorrhoiden eine gute Wahl, insbesondere im Grad III.
  • In der Zwischenzeit haben sich weitere Verfahren hinzugesellt, das wichtigste ist die so genannte Staplerhämorroidopexie. Diese führt nicht zu einer offenen Wunde im Analkanal, der Operationsschmerz klingt in der Regel schneller ab. Aus unserer Sicht ist dies das Verfahren der Wahl bei Hämorrhoiden im Stadium II und III, vor allem, wenn alle drei zuführenden Arterien zu vergrößerten Polstern geführt haben.
  • Bei einem mono- oder bisegmentalem Befall führen wir eine offene segmentale Hämorrhoidopexie nach Pakravan-Helmes durch.
  • Im Stadium vier, den fixierten Hämorrhoidalpolstern, ist das geschlossene Verfahren oft überfordert, hier führen wir die so genannte Anoproktoplastik nach Fansler-Arnold oder die Technik nach Milligan-Morgan durch. Dies ist operativ aufwändiger, bei einem ausgeprägten Befund muss die operative Versorgung ggf. in mehreren Schritten erfolgen.

 

Die Therapie mit Zäpfchen und Salben führt nie zu einer Verkleinerung der Polster und damit nicht zur Heilung. Diese Anwendungen führen aber zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden und sind damit schon Bestandteil der Therapie.

Weitere Literatur und Information finden Sie auf den Seiten der Industrie, beachten Sie dabei, dass hier die Interessen der Industrie im Vordergrund stehen.

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Letzte Aktualisierung: 12.04.2017

 

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