Fissur

 

Symptome

Heller, stechender Schmerz während und anhaltendes Brennen nach dem Stuhlgang sind typisch für Analfissuren. Der Schmerz führt zu einem reflektorischen Krampf des Schließmuskels, wodurch der Stuhl oft nur forciert und in einem sehr dünnen (bleistiftstarken) Strang abgegeben werden kann. Auch führt die erhöhte Aktivität des inneren Schließmuskel dazu, dass der Muskel die Durchblutung der darüber liegenden Analhaut vermindert, indem er die Blutgefäße verengt. Analfissuren treten eigentlich nur vorne oder hinten auf, die Bereiche, die sowieso am schlechtesten durchblutet sind. Gelegentlich treten schwache hellrote Blutungen auf. Angst vor dem nächsten Stuhlgang kann zu einer das Leiden verstärkenden Verstopfung beitragen.

Ursachen

Häufig ist eine forcierte Entleerung (z. B. bei chronischer Verstopfung) die Ursache, auch der häufige Wechsel der Konsistenz des Stuhles kann ursächlich sein.

Daneben können sexuell motiviertes Einführen von Gegenständen sowie Analverkehr eine Analfissur verursachen.

Diagnose

Die Diagnose wird normalerweise aus den Angaben des Patienten und der Inspektion des Afters gestellt. Dabei ist die Fissur typischerweise hinten (zum Steißbein hin), seltener vorne (zum Damm hin) sichtbar. Andere Lokalisationen stellen eine Rarität dar. Bei der Untersuchung mit dem Finger sind ein tastbares schmerzhaftes Geschwür oder ein derber, schmerzhafter Strang sowie der Krampf und die Enge des Schließmuskels richtungsweisend.

Therapie

Die Therapie der frischen (akuten) Analfissur beginnt mit Stuhlregulation. Bei starken Schmerzen und/oder Brennen nach dem Stuhlgang ist das Auftragen einer Salbe mit Zusatz eines Lokalanästhetikums gelegentlich hilfreich. Entscheidend ist das Erreichen einer dauerhaft weichen und geformten Stuhlkonsistenz. Bewährt hat sich hier die tägliche Einnahme von Flohsamenschalen, etwa 1-2 Esslöffel zusammen mit 1 Glas Wasser oder besser noch in einem Joghurt. Die Trinkmenge an Tee oder Wasser sollte dann aber mehr als 2 Liter betragen.

Die medikamentöse Therapie bei einer akuten Analfissur ist neben der Stuhlregulation das Auftragen von Salben mit einem Medikament (z. B. Nitroglyzerin 0.2 % (Rectogesic®), Diltiazem 2 %), das den analen Schließmuskel entspannt. Durch die Entspannung wird die Durchblutung verbessert. Wir bevorzugen das Diltiazem, da es weniger unerwünschte Wirkungen aufweist und billiger ist als das Rectogesic®. Ähnliche Effekte lassen sich auch durch die Injektion von Botox erreichen, eine Therapie, die wir wegen der Invasivität nicht anbieten.

In seltenen Fällen stellt das Dehnen des Analkanals eine weitere Maßnahme in der Therapie einer akuten Analfissur an. Im möglichst entspannten Zustand (z. B. im Liegen morgens und abends im Bett) wird ein Analdehner mit einer Salbe bestrichen und langsam anal eingeführt, ein genaues Merkblatt geben wir Ihnen dann mit. Allein die Weitung des Analkanals gewährleistet, dass z. B. die Diltiazemsalbe auch dorthin kommt, wo sie wirken soll. Zudem ist es ratsam, den Schließmuskel vor dem Stuhlgang zu dehnen, dann muss auch nicht so gepresst werden.

Eine frische Analfissur heilt in der Regel innerhalb von sechs bis zwölf Wochen ab. Bei einer chronischen Fissur bestehen die Symptome in der Regel länger als 3 Monate. Wenn über diese Zeit ein konservativer Therapieversuch wie oben beschrieben erfolgt war aber nicht zur Heilung geführt hat, kommt als nächster Schritt die Operation in Frage. Die Ausschneidung der Fissur samt dem vernarbten Gewebe unter Mitnahme der anteiligen Krypten, und der hypertrophierten Analpapille bzw. der so genannten Vorpostenfalte ist die chirurgische Therapiemöglichkeit. Aus einer nach unten hin begrenzten, tiefen und V-förmigen Wunde wird eine breitere Wunde, die auch äußerlich zu sehen ist. Da bei diesem Eingriff in der Regel keine Naht verwendet wird, nimmt die Wundheilung etwa 6-9 Wochen in Anspruch. Schon nach Abklingen der Anästhesie werden die Wundschmerzen oft als viel besser verträglich eingestuft. Zudem reagieren diese sehr gut auf Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Metamizol.

Die Dehnung der analen Schließmuskulatur in Narkose als alleinige Methode gilt heute als veraltet, allerdings ist es notwendig, die beiden Schließmuskel in der Operation langsam so zu weiten, dass sich die Fissur überhaupt darstellt. Die Teildurchtrennung der Schließmuskulatur (Sphinkterotomie) wird in Europa nicht favorisiert, stellt aber in den USA eine oft angewendete Therapieform dar. Das Problem dieser Methode ist, nach initialer Besserung eine Stuhlinkontinenz im höheren Lebensalter (zum Teil Jahrzehnte nach dem eigentlichen Eingriff) eintreten kann. Dies ist nicht zuletzt durch den im Alter physiologischerweise abnehmenden Schließmuskeltonus bedingt.

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Letzte Aktualisierung: 01.10.2017

 

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